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Wohnsitznahme in Malta

Allgemein

Im Laufe seiner Geschichte waren die kleinen Inseln von Malta stets ein begehrtes Anlaufziel für Fremde. Die wohl einmalige Lage im sonnigen Mittelmeerraum, die gebotene Sicherheit, und in neueren Zeiten der moderne europäisch geprägte Lebensstil, stellen eine permanente Verlockung dar.

Eingebettet in eine Klimazone mit gemässigten bis warmen Temperaturen, einem reichlichem kulturellen Angebot sowie einem bedeutenden historischen Erbe, nicht zu vergessen die gastfreundliche Einwohnerschaft, stellt Malta eine der grossen Attraktionen für Ausländer, insbesondere der mittleren und gehobenen Einkommensklassen dar. Hunderte von ihnen strömen hier alljährlich zu. Sie erwerben ein Haus oder eine Ferienwohnung und nehmen ihren Wohnsitz hier. Viele planen auch, sich hier zur Ruhe zu setzen.

Attraktive Rechtslage

Malta bietet für die Zuwanderer ein sehr günstiges Umfeld in Bezug auf die Rechtslage. Diese kommt Ausländern besonders durch die Art und Weise der Daueraufenthaltsregelung entgegen. Das entsprechende Regelwerk wurde vor allem unter einem Gesichtspunkt erstellt: Um Einzelpersonen mit grösseren Nettovermögen als Dauergäste mit permanentem Wohnsitz anzuziehen.

Die geltenden Regelungen erweisen sich als besonders attraktiv für Pensionäre, Autoren, Intellektuelle und für auf internationaler Ebene agierende Berater („Consultants“). Andererseits aber sind auch solche Personen gerne gesehen, die sich einfach einen zweiten Wohnsitz schaffen wollen, der ihrem Lebensstil und ihrem Steuerprofil voll gerecht wird.

Das maltesische Regelwerk für Daueraufenthalte bietet Ausländern, die sich in Malta permanent niederlassen wollen, eine Reihe besonderer Anreize.

Hierzu zählen im Besonderen:

2.1. Freiheit im Ortswechsel und Verbleib

Es existieren keinerlei Beschränkungen bezüglich einer Minimum-Aufenthaltsdauer. Daher geniessen Personen mit einer Daueraufenthaltserlaubnis volle Reisefreiheit. Sie können an- und abreisen, wie und wann sie wollen, ohne für weitere Visen oder Visaverlängerungen zwecks langdauernder Aufenthalte auf Malta ansuchen zu müssen.

Physische Präsenz in Malta ist nicht einmal erforderlich, jedoch mit einer Ausnahme: Innerhalb eines Jahres nach der Erteilung der permanenten Zuzugsgenehmigung muss wenigstens ein Besuch erfolgen, anlässlich dessen dann alle verbleibenden Formalitäten der Wohnsitznahme vor Ort abgeschlossen werden.

2.2. EU-Mitgliedschaft und Wirkungsbereich des Schengener-Abkommens

Maltas Aufnahme in die Europäische Union bedingte eine bindende Unterschrift der Landes- bzw. Inselvertreter unter das Abkommen von Schengen. Die dort festgelegten Bedingungen und Regelungen treten für Malta nach einer Übergangsphase ab 2008 voll in Kraft. Ein Vollmitglied der Europäischen Union ist Malta formell jedoch bereits seit dem 1. Mai 2004. Seither vermochte das Land eine stetig wachsende Zahl von Nicht-EU-Staatsangehörigen anzulocken, die eine sichere Aufenthaltsbasis innerhalb Europas suchten - und fanden.

2.3. Ungewöhnlich niedrige Einkommensteuersätze

Es findet ein steuerlicher Einheitstarif in Höhe eines Satzes von 15 % pauschale Anwendung. Dieser gilt für alle Einkommen, die entweder in Malta oder ausserhalb seiner Grenzen generiert und/oder überwiesen wurden. Hierbei beläuft sich die Minimalsteuer auf LM 1.800 pro Jahr.

Übersee-Kapitalanlagen, die lokal investiert wurden, werden natürlich ebenfalls mit dem einheitlichen Belastungssatz von 15 % besteuert. Dies trifft normalerweise nur auf Zinserträge und Dividenden zu. Als günstig erweist sich ausserdem, dass zwischen Malta und der Mehrzahl der europäischen Länder, wie auch Kanada, Australien und den USA Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet wurden. Damit wird sichergestellt, dass eine Steuer für auf Malta permanent Ansässige niemals zwei Mal auf dasselbe Einkommen fällig und erhoben wird.

2.4. Befreiungen von Zollabgaben und Mehrwertsteuer

Ihre gebrauchten Haushaltsgegenstände und -einrichtungen wie auch Ihre persönlichen Sachen, Möbel und andere Gegenstände des Eigengebrauchs (ausgenommen Feuerwaffen und andere Waffen aller Art) können zollfrei importiert werden, sofern sie nicht später als sechs Monate nach Erteilung des Daueraufenthaltes auf Malta grenzüberschreitend antransportiert werden. In all solchen Fällen sind keine Import-Lizenzen erforderlich.

2.5. Repatriierung Ihres Kapitals und Einkommens

Allfällige Erlöse von Immobilien-Verkäufen, Auszahlungen von Investments, lokal bzw. vor Ort generierte Einkommen wie auch andere zusätzliche Einkommen, die nach Malta transferiert wurden, können von Anwohnern mit Daueraufenthaltsbewilligung frei repatriiert werden. Dies setzt allerdings voraus, dass alle Steuerschulden beglichen wurden.

2.6. Immobilien-Vermietung

Alle Eigner von Immobilien mit Schwimmbädern oder von Liegenschaften mit Zugang zu - oder der Nutzung von - Schwimmbädern dürfen diese vermieten. Allerdings müssen derlei Immobilien als Ferienbetriebe bzw. Urlaubsunterkünfte deklariert und lizenziert sein. Für die entsprechende Lizenzvergabe ist der “Hotels and Catering Establishments Board“ zuständig. Die hieraus resultierenden Einkommen unterliegen zwar dem Einheitssteuersatz von 15 %, können aber ansonsten frei von jeder Begrenzung repatriiert werden.

2.7. Keine Erbschaftssteuern in Malta

2.7.1. Wenn eine Immobilie unter einem Namen erworben wurde, fällt für die Erben des oder der Verstorbenen eine vorläufige Steuer in Höhe von 7 % des erklärten Wertes der Liegenschaft an. Der entsprechende Wert wird durch einen berufenen Architekten verifiziert.

2.7.2. Wenn dagegen eine Immobilie gemeinschaftlich erworben wurde und einer der Ehepartner verstirbt, fällt diese Steuer von 7 % nur für die Hälfte dieser Liegenschaft bzw. für deren erklärten Wert an.

2.7.3. Obwohl es keine Erbschaftssteuer in Malta gibt, fallen doch sog.

„Transfer-Gebühren“ an. (Rechtliche Grundlage hierfür ist das als
„Duty of Documents and Transfers Act“ bekannte Gesetzeswerk
aus dem Jahre 1993). Die entsprechenden Gebühren werden fällig
wenn:

  • unbewegliches Eigentum in Malta die Hand wechelt

  • irgendwelche Aktien einer örtlich registrierten Gesellschaft den
    Eigner wechseln (ausgenommen sind solche Aktien, die
    börsenkotiert sind)

3. Zu erfüllende Bedingungen für dauerhafte Wohnsitznahme

Jeder Ausländer, gleich welcher Nationalität, kann einen Antrag zwecks Erteilung einer Daueraufenthaltsbewilligung einreichen, vorausgesetzt bestimmte, zufriedenstellende Voraussetzungen sind gegeben.
Die entsprechende Erlaubnis wird abhängig von nachstehenden Kriterien unbefristet erteilt.

3.1. Einwandfreier Leumund und Charakter

Der Antragsteller muss eine respektable Person sein. Über seine/ihre Integrität dürfen keine Zweifel bestehen.

3.2. Finanzielle Qualifikationen

Antragsteller müssen zumindest eine von zwei grundlegenden Bedingungen erfüllen: Entweder müssen sie über ein Jahreseinkommen von wenigstens 24.000 € verfügen oder aber ein Gesamtvermögen ausserhalb Maltas von nicht weniger als 350.000 € nachweisen können.

In beiden Fällen ist es nicht notwendig, die jeweiligen Gesamtbeträge ins Land der neuen Niederlassung zu transferieren. Ausserdem findet der Wert einer auf Malta erworbenen Liegenschaft volle Anrechnung bei der Ermittlung des Kapitalbedarfs. Zusätzlich müssen die Antragsteller jedoch in der Lage sein, wenigstens 14.000 € konkret nach Malta zu überweisen, plus weitere 2.400 € für jeden abhängigen Familienangehörigen.


4. Geltende Bedingungen nach der Erteilung

Nachdem der Antrag auf dauerhafte Wohnsitznahme erfolgreich beschieden wurde, unterliegt der den Daueraufenthalt anstrebende Kandidat folgenden Regeln:

4.1. Vorläufige Steuerzahlung

Erfolgreiche Antragsteller müssen eine vorläufige Steuerzahlung leisten, die dem Equivalent des Minimal-Steuersatzes von 4.200 € entspricht. Diese Zahlung deckt das erste Jahr nach Beginn der Wohnsitznahme provisorisch ab. Nachdem dieser Steuerbetrag eingegangen ist, wird das Zertifikat über die genehmigte Wohnsitznahme offiziell ausgereicht.

4.2. Inkrafttreten der Wohnsitznahme

Der- oder diejenige, dem/der eine permanente Wohnsitznahme zugestanden wurde, muss Malta wenigstens ein Mal besuchen, um die behördlichen Formalitäten des Verbleibs abzuwickeln.

4.3. Erwerb von Liegenschaften

Jedwede Person, die einen Antrag auf permanenten Verbleib gestellt hat, muss einen festen Wohnsitz nachweisen können. Für ein gekauftes Haus beläuft sich der Mindestbetrag der Kaufsumme hierbei auf 120.000 €. Wenn ein Appartment bzw. eine Eigentumswohnung erworben wird, muss dessen Wert wenigstens 70.000 € erreichen. Alternativ kann sich der Antragsteller auch einmieten oder eine Immobilie leasen. In diesen Fällen darf der jährlich zu überweisende Mietzins bzw. die Leasingrate den Minimum-Satz von LM 1.800 nicht unterschreiten.

Während Sie Ihr Kapital faktisch unbegrenzt auf Malta investieren können, besteht für den Immobilienerwerb ausserhalb der besonders ausgewiesenen und gekennzeichneten Zonen eine Begrenzung. Zu Wohnzwecken darf jeweils nur ein Objekt je Eigner bzw. Person erworben werden.

4.4. Überweisung jährlichen Einkommens

Der Minimalsatz für das jährlich nach Malta zu überweisende Einkommen beläuft sich auf 14.000 € pro Antragsteller. Hinzu kämen noch weitere
2.400 € für jedes abhängige Familienmitglied. Beispielsweise müsste ein verheiratetes Paar jährlich insgesamt 16.400 € einführen bzw. überweisen.

4.5. Beschäftigung / Arbeit / Geschäftliche Aktivitäten - Begrenzungen

Personen mit einer Daueraufenthaltsgenehmigung dürfen auf Malta keinen Beruf oder eine beruflich verwandte Tätigkeiten ausüben. Sie dürfen auch nicht angestellt sein noch sich auf Arbeitssuche begeben. Jedwede Form geschäftlicher Aktivität auf Malta ist ihnen untersagt, es sei denn, es liegt die ausdrückliche Zustimmung der jeweils zuständigen Behörde vor (wie beispielsweise, wenn auf Malta eine Fabrikanlage errichtet werden soll oder ein grösseres Projekt im Bereich des Tourismus oder des Bewirtungssektors in Angriff genommen würde). In solchen Fällen kann eine blosse Daueraufenthaltsgenehmigung nachfolgend in eine Arbeitserlaubnis umgewandelt werden.


4.6. Lokale politische Aktivitäten

Diejenigen, die ein Permit für Daueraufenthalt erhalten haben, sollten sich grundsätzlich von politischen Aktivitäten fernhalten. Wer sich jedoch für den Bereich der Lokalpolitik und die Arbeit in Gemeinderäten interessiert, kann hier tätig werden. Näheres bezüglich der dortigen Mitarbeit ist bei dem „Local Councils Department“ (Lokalverwaltung) unter nachstehender Adresse zu erfragen.

5. Bearbeitungsdauer

Der gesamte Prozess einer Erteilung der Daueraufenthaltsbewilligung zieht sich in aller Regel über eine Periode von 1 - 3 Monaten hin, in welcher Zeit die zuständigen Behörden das Gesuch und die Bewilligung abwickeln.
Unserer Erfahrung zufolge haben Personen, die die vorstehend dargestellten Bedingungen im Wesentlichen erfüllen, im Allgemeinen keinerlei Schwierigkeiten, das Recht auf permanenten Aufenthalt zu erhalten.
 

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